Eigenemission · Deutschland

Eigenemission für deutsche KMU — worauf es ankommt

Ein deutsches KMU kann Anleihen, Genussscheine oder Nachrangdarlehen selbst ausgeben, ohne Emissionsbank und Crowdinvesting. Welche Pflichten dabei gelten, hängt von Instrument, Volumen und Anlegerkreis ab.

Kurzantwort: BaFin-Lizenz ja oder nein?

Für die bloße Ausgabe eigener Wertpapiere durch das Unternehmen ist grundsätzlich keine BaFin-Erlaubnis nötig. Entscheidend sind die Prospekt- und Informationspflichten, die Frage, ob Dritte beraten oder Wertpapiere für andere platziert werden, und die Ausgestaltung des Angebots: Prospektfreie Anleihen können von der BaFin als erlaubnispflichtiges Einlagengeschäft gewertet werden. Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung; den konkreten Fall prüft eine auf Kapitalmarktrecht spezialisierte Kanzlei.

Prüfpunkte vor der Emission

1. Instrument und Anlegerkreis festlegen

Anleihe, Genussschein oder Nachrangdarlehen: Das Instrument entscheidet, welches Regelwerk gilt. Ebenso wichtig ist, wen das Unternehmen anspricht — etwa Bestandskunden, Geschäftspartner, Mitarbeiter oder die breite Öffentlichkeit — und in welchem Volumen.

2. Prospekt- und Informationspflichten prüfen

Für Wertpapiere gelten die EU-Prospektverordnung und das Wertpapierprospektgesetz (WpPG), jeweils mit Ausnahmen und Schwellenwerten. Für Vermögensanlagen wie Nachrangdarlehen und bestimmte Genussrechte gilt das Vermögensanlagengesetz (VermAnlG), das in vielen Fällen ein Vermögensanlagen-Informationsblatt verlangt.

3. Erlaubnispflichten abgrenzen

Die Ausgabe eigener Wertpapiere durch den Emittenten ist grundsätzlich nicht erlaubnispflichtig (Emittentenprivileg). Erlaubnispflichtig können dagegen Anlageberatung, Anlagevermittlung oder die Platzierung für Dritte sein. Auch die Ausgestaltung zählt: Die BaFin hat bei prospektfrei begebenen Unternehmensanleihen in der Vergangenheit ein erlaubnispflichtiges Einlagengeschäft angenommen. Deshalb sollte vorab klar sein, wer die Investoren anspricht und wie der Vertrieb organisiert ist.

4. Anlegeransprache und Werbung beachten

Werbung für Wertpapiere und Vermögensanlagen unterliegt inhaltlichen Vorgaben, etwa zu Risikohinweisen. Auch die Zeichnung selbst — Identifikation, Dokumente, Nachweise — sollte sauber und nachvollziehbar abgebildet sein.

5. Steuerliche und bilanzielle Einordnung klären

Je nach Instrument unterscheiden sich die steuerliche Behandlung bei Emittent und Anleger sowie die Darstellung in der Bilanz. Diese Punkte gehören vor der Emission zum Gespräch mit der Steuerberatung.

Was 50kn dabei übernimmt

50kn ist die Software für Eigenemissionen von KMU in Österreich und der DACH-Region. Sie umfasst Setup, laufende Betreuung, rechtlich geprüfte Dokumente und Prozesse sowie eine Whitelabel-Plattform, über die das Unternehmen seine Investoren direkt anspricht. Welche Anforderungen für ein Angebot in Deutschland gelten, klären wir im kostenlosen Erstgespräch mit Ihnen.

Häufige Fragen für deutsche KMU

Braucht ein deutsches Unternehmen für eine Eigenemission von Anleihen eine BaFin-Lizenz?

Für die bloße Ausgabe eigener Wertpapiere durch den Emittenten ist grundsätzlich keine BaFin-Erlaubnis nötig (Emittentenprivileg). Erlaubnispflichtig können dagegen Tätigkeiten wie Anlageberatung, Anlagevermittlung oder die Platzierung für Dritte sein. Auch die Ausgestaltung zählt: Die BaFin hat bei prospektfrei begebenen Unternehmensanleihen in der Vergangenheit ein erlaubnispflichtiges Einlagengeschäft angenommen. Ob das im Einzelfall zutrifft, hängt von Instrument, Vertriebsweg und Anlegerkreis ab und sollte vorab mit einer auf Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei geklärt werden.

Muss eine Eigenemission in Deutschland einen Prospekt haben?

Das hängt von Instrument, Volumen und Anlegerkreis ab. Für Wertpapiere gelten die EU-Prospektverordnung und das Wertpapierprospektgesetz (WpPG) mit Ausnahmen und Schwellenwerten. Für Vermögensanlagen wie Nachrangdarlehen und bestimmte Genussrechte gilt das Vermögensanlagengesetz (VermAnlG), das ein Vermögensanlagen-Informationsblatt vorsieht. Welches Regime greift, wird vor der Emission geprüft.

Kann ein deutsches KMU 50kn nutzen?

50kn richtet sich an KMU in Österreich und der DACH-Region. Welche rechtlichen Anforderungen für ein Angebot in Deutschland gelten und welche Schritte dafür nötig sind, klären wir im kostenlosen Erstgespräch gemeinsam mit Ihnen.

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